Aus unserem internen Forum:
Ode an den grünen Wiederkehrer
Im letzten Jahr hast du mich in den Wald begleitet,
ein kleines Büschel Hoffnung, still in die Erde gesenkt.
Ich habe dich gegossen, dich sanft zugedeckt
und mit leisem Zweifel wieder verlassen.
Und nun, im März des neuen Jahres,
brichst du erneut durch das braune Laub hervor –
zarte, leuchtend grüne Zungen,
die nach Knoblauch und nach Frühling schmecken.
Du bist gekommen!
Nicht zögerlich, nicht spärlich,
sondern mit der stillen Entschlossenheit
einer Pflanze, die beschlossen hat, zu bleiben.
Jedes Blatt ist ein kleines Jubeln,
jeder Trieb ein Versprechen:
„Ich bin noch da.
Ich habe überwintert.
Ich habe dich nicht vergessen.“
Und so stehe ich zwischen den Bäumen,
atme deinen Duft ein, der nach Wald und nach Zuhause riecht,
und spüre, wie etwas in mir mitwächst –
diese leise, tiefe Freude,
die nur entsteht,
wenn das, was man mit Liebe gesetzt hat,
von allein wiederkehrt.

Danke, lieber Bärlauch.
Dan...
Worte der Stille
Morgens
wohnt Stille
in mir
eine
unfassbar
klare und
schöne Gestalt
Morgens
wohnt Heilsein
in mir
und aus ihr
verzweigen sich Äste
öffnen sich
Köpfe der Blumen
und Knöpfe in mir
Morgens
wohnt Leichtsein
unter dem Kleide
und hinter den Augen
Klarsicht
und Licht
Morgens
wohnt Klarheit
unter der Krone
und aus ihr
heraus
verzweigen
sich Orte
der Enge
in unendliche Weite
Es öffnen sich Köpfe
der Blumen
und Worte
der Stille
in mir
Claudia Frei 7/2025

Foto: Manfred Fink, 2025 (copyright)
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